Italien RR Trainingslager 2019
14.05.2019
Ina Hollricher
Als frisches Mitglied im Verein und ausgerüstet mit dem feschsten Dress des RV Hard fuhren
wir Richtung Rimini/Cattollica. Meine Sorge hinsichtlich einer langweiligen Fahrt wurde
schnell in Luft aufgelöst als der ehem. Obmann zu uns ins Auto stieg und erst wieder in
Cattollica vor dem Hotel kurz die Luft zur Parkplatzsuche anhielt. Zuvor war die Fahrt
gefüllt von brisanten Themen, dabei keines welches nicht früher oder später zu einer
persönlichen Stellungnahme führte.
Als ich 2 Tage vor Abfahrt die Namen der anderen Teilnehmer in einer Nachricht gelesen
hatte, gestehe ich zu meiner Schmach, dass ich noch zu meiner Freundin sagte: "Dass es wohl
eher gemütliche Ausfahrten geben wird, da ich den Namen zufolge offensichtlich die Jüngste
bin", lediglich die Namen der Damen konnte ich noch nicht zuordnen. Als ich beide auf dem
ersten Rastplatz kennenlernen durfte und sie sagten erst ca. 50 Radkilometer in den Beinen
zu haben, fühlte ich mich vorerst noch in meiner Annahme bestätigt.
Kaum am Hotel angekommen, standen wir schon alle im Vereinsdress vor dem Radkeller und
begrüßten unseren redseligen italienischen Guide Loris, der von einem Mitglied in dessen
Venen neben Kasknedel noch italienisches Blut fließt, in einer 1 zu 1/8 Übersetzung simultan
für uns verständlich gemacht wurde. Dabei endete die Übersetzung meist mit "Vai, vai, witrr
fahra, witrr fahra, witrr fahra"...Und wusste der Guide mal nicht weiter konnte er sich
jederzeit auf den wahren, heimlichen Guide verlassen.
Am ersten längeren Anstieg, den ich voller Tatendrang hinter meinem leicht übermotivierten
Bruder erklimmen wollte, sah ich plötzlich wie das Kasknedel Hinterrad schon hinter der
ersten Kurve vor mir verschwand. Kurze Zeit später rollte fröhlich ein babyblaues Bianchi
Rad an mir vorbei, mit einem flotten Spruch "Bischt n Beißer"... Nix mit gemütlicher
Ausfahrt.
Dabei kam bei aller Sportlichkeit der Genuss nicht zu kurz! Außer vom Garmin wurde keine
Kalorie gezählt. Schon mittags wurde festlich geschmaust, dabei laut und viel gelacht und
anschließend mit vollem Bauch die Berge weiter rauf gefahren. Zitat "Ich fahre seit 6 Tagen
meine Riegel spazieren" Fazit: Dieser Urlaub gehört zu den lustigsten und schönsten
Radurlauben die ich bislang erleben durfte! Ina Hollricher